Innere Medizin: Kardiologie

Kardiologen sind Fachärzte für Innere Medizin, die sich um Herzerkrankungen und Kreislaufprobleme kümmern. Ihre Aufgaben umfassen die Untersuchung und Behandlung von Patienten mit Herzproblemen wie Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche. In großen Kliniken arbeiten sie meist auf einer Station oder im Herzkatheterlabor, aber man kann auch eine eigene Praxis eröffnen. Kardiologen setzen neben Medikamenten oft minimal-invasive Verfahren ein, zum Beispiel Herzkatheter und Stents. In diesem Beitrag erfährst du, wie man Kardiologe (Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie) wird, welche Aufgaben und Spezialisierungen es gibt und wie Karrierechancen, Gehalt sowie Stellenangebote in der Kardiologie aussehen.

Ausbildung und Facharztausbildung in der Kardiologie

Die Ausbildung zum Kardiologen beginnt mit einem Medizinstudium. Du brauchst dafür Abitur und musst in den Studiengang Medizin mit sehr guten Noten oder via Auswahlverfahren kommen. Nach einem sechsjährigen Studium legst du die ärztliche Prüfung ab und erhältst die Approbation. Anschließend arbeitest du als Assistenzarzt in der Inneren Medizin und durchläufst die Facharztausbildung für Kardiologie. Diese dauert insgesamt 72 Monate (6 Jahre). Sie gliedert sich laut Weiterbildungsordnung wie folgt:

  • Stationäre Innere Medizin/Kardiologie: 36 Monate in der Patientenversorgung.

  • Andere Facharztkompetenzen: 24 Monate in mindestens zwei anderen internistischen Gebieten.

  • Notfallmedizin: 6 Monate in der Notfallaufnahme.

  • Intensivmedizin: 6 Monate auf der Intensivstation.

Nach erfolgreicher Facharztprüfung erhält man den Titel Facharzt (Fachärztin) für Innere Medizin und Kardiologie. Die kardiologische Facharztausbildung ist somit eine spezialisierte Weiterbildung innerhalb der Inneren Medizin.

Aufgaben und Arbeitsalltag eines Kardiologen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Kardiologen behandeln zum Beispiel Menschen nach einem Herzinfarkt oder mit Herzrhythmusstörungen. Sie führen körperliche Untersuchungen durch, werten EKGs und Ultraschallbilder aus und verschreiben Medikamente. Im Katheterlabor setzen sie minimal-invasive Eingriffe wie Stent-Einlagen ein. Außerdem beraten sie Patienten zu gesunder Lebensweise und Vorsorge.

Etwa zwei Drittel der Kardiologen arbeiten in Krankenhäusern. Dort kümmern sie sich um Patienten auf Station, in der Notaufnahme oder im Herzkatheterlabor. Die Ärzte bedienen moderne Geräte wie EKG-Geräte, Patientenmonitore und Ultraschallgeräte. Neben der Akutversorgung übernehmen sie auch die Langzeitbetreuung chronisch kranker Herzpatienten.

Zu den typischen Aufgaben im kardiologischen Alltag gehören:

  • Diagnostische Untersuchungen am Herzen (z.B. Ruhe- und Belastungs-EKG, Echokardiografie).

  • Medikamentöse Behandlung von Herzkrankheiten (z.B. Blutdrucksenker, Gerinnungshemmer).

  • Minimal-invasive Eingriffe im Herzkatheterlabor (Ballondilatation, Stents).

  • Langzeitbetreuung von Patienten mit chronischer Herzschwäche.

  • Notfallversorgung, etwa bei akutem Herzinfarkt.

Spezialisierungsmöglichkeiten in der Kardiologie

Kardiologen können sich nach der Facharztweiterbildung weiter vertiefen. Wichtige Spezialisierungen sind zum Beispiel:

  • Interventionelle Kardiologie: Minimal-invasive Gefäßuntersuchungen und -behandlungen (Herzkatheteruntersuchungen, Stent-Einlagen).

  • Elektrophysiologie (Rhythmologie): Diagnose und Therapie von Herzrhythmusstörungen, z.B. durch Katheterablation oder Herzschrittmacher.

  • Präventivkardiologie: Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch Kontrolle von Risikofaktoren (Blutdruck, Cholesterin).

  • Kardiologische Bildgebung: Spezialisierung auf bildgebende Verfahren am Herzen (Herzultraschall/Echokardiografie, Herz-MRT, CT).

  • Herzinsuffizienztherapie: Behandlung von Herzschwäche-Patienten, oft in spezialisierten Herzinsuffizienz-Zentren.

  • Kinderkardiologie: Fachärzte für Kinderheilkunde mit zusätzlicher Weiterbildung in Kardiologie, die sich um angeborene oder erworbene Herzfehler bei Kindern kümmern.

Verdienst und Gehalt

Deutschland

In Deutschland richtet sich die Bezahlung von Fachärzten nach Tarifverträgen und Berufserfahrung. Assistenzärzte zu Beginn der Weiterbildung verdienen meist etwa 5.600–6.000 Euro brutto im Monat (Uni-Kliniken). Mit zunehmender Berufsjahre steigt das Gehalt, Fachärzte liegen oft zwischen 7.000 und 9.000 Euro brutto monatlich. Oberärzte und Chefärzte verdienen deutlich mehr (oft über Tarif und individuell verhandelt). Niedergelassene Kardiologen (in eigener Praxis oder MVZ) können hingegen ein noch höheres Einkommen erzielen, oft im sechsstelligen Bereich pro Jahr.

Österreich

In Österreich liegt das Durchschnittsgehalt für Fachärzte der Kardiologie bei etwa 98.500 Euro brutto pro Jahr. Das entspricht rund 8.000 Euro brutto im Monat. Je nach Arbeitgeber, Erfahrung und Bundesland kann das Einkommen variieren. Hinzu kommen oft Zulagen für Nachtdienste oder Sonderleistungen.

Schweiz

In der Schweiz sind die Gehälter für Ärzte sehr hoch. Kardiologen verdienen im Schnitt rund 285.000 CHF pro Jahr. Das entspricht etwa 26.000 CHF im Monat (brutto). In der Regel erhalten angestellte Fachärzte etwa 266.000 CHF jährlich, selbstständige Kardiologen sogar deutlich mehr. Damit liegen die Schweizer Ärztelöhne weit über denen in Deutschland oder Österreich.

Arbeitszeiten und Work-Life-Balance

Die Arbeitszeiten als Kardiologe können stark variieren. In Krankenhäusern müssen Kardiologen oft im Schichtdienst und an Wochenenden oder nachts arbeiten. In vielen Stellenanzeigen (z.B. bei Wiener Linien) wird aber eine gute Work-Life-Balance angeboten – hier sogar explizit ohne Nacht- oder Wochenenddienste. In einer eigenen Praxis kann man die Termine oft selbst planen und hat in der Regel geregeltere Arbeitszeiten. Neben der Arbeit im Krankenhaus oder Praxis sind für Kardiologen auch Fortbildungen (z.B. Reanimationskurse) und Dienstbesprechungen üblich.

Entwicklungsperspektiven und Stellenmarkt

Die Perspektiven für Kardiologen sind sehr gut. Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufig sind (und statistisch die häufigste Todesursache), werden Fachärzte für Innere Medizin und Kardiologie dringend gebraucht. In Deutschland arbeiten derzeit über 4.000 Fachärzte für Innere Medizin/Kardiologie (Stand 2021), die meisten in Kliniken. Auch in der ambulanten Versorgung und in spezialisierten Herzzentren werden neue Kollegen gesucht.

Der Stellenmarkt für Kardiologen ist entsprechend breit: Im Stellenportal finden sich viele aktuelle Stellenangebote. Neben klassischen Klinik- und Praxisstellen gibt es auch Jobs in Forschungseinrichtungen, der Medizintechnik und in der Pharmaindustrie.

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