Psychiatrie & Psychotherapie

Psychiater/innen sind Fachärztinnen und Fachärzte, die sich auf psychische Erkrankungen spezialisiert haben. Sie haben Medizin studiert, anschließend Facharztweiterbildung (Psychiatrie und Psychotherapie) absolviert und dürfen Psychopharmaka verordnen sowie Psychotherapie durchführen. Anders als Psycholog/innen oder Psychotherapeut/innen ist ein Psychiater ein Arzt, der Krankheiten von Körper und Psyche gleichzeitig behandelt.

Ausbildung und Spezialisierung

  • Studium: Zuerst 6 Jahre Humanmedizin (Approbation als Arzt/Ärztin). Danach folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (ca. 5 Jahre).

  • Weiterbildung: Insgesamt sind 60 Monate Facharzt-Weiterbildung vorgesehen. Diese umfasst u.a. 12 Monate Neurologie und 24 Monate stationäre Versorgung. Ebenfalls verpflichtend ist eine Ausbildung in Psychotherapie, die im Facharzt-Titel berücksichtigt wird.

  • Spezialisierungen: Nach der Facharztausbildung können Psychiater z.B. Zusatz-Weiterbildungen in Kinder- und Jugendpsychiatrie, Forensischer Psychiatrie, Suchtmedizin oder Gerontopsychiatrie anstreben. Auch Kompetenzen in bestimmten Therapieverfahren (z.B. Verhaltenstherapie, Psychoanalyse) gehören dazu.

Arbeitsorte und Aufgabenbereiche

Psychiater/innen arbeiten in Krankenhäusern (Psychiatrien), in Facharztpraxen, MVZ oder in ambulanten Institutsambulanzen. Weitere Einsatzorte sind:

  • Kliniken und Reha-Einrichtungen: Behandlung schwerer oder akuter psychischer Erkrankungen (z.B. Depression, Psychose) im Team mit Pflege und Therapeuten.

  • Ambulanzen und Praxen: Diagnostik und Behandlung psychischer Störungen (Burnout, Angst, Sucht etc.) inklusive Gesprächstherapie und Medikamentenverordnung.

  • Forensik/Gericht: Gutachtertätigkeit für Gerichte, Untersuchung von Straftätern bezüglich Schuldfähigkeit oder Behandlung im Maßregelvollzug.

  • Forschung/Lehre: Universitäten und Institute – Entwicklung neuer Therapien, Unterricht von Medizinstudenten.

  • Sozialpsychiatrische Dienste: Beratung von Betroffenen und Familien, Vernetzung mit Psychotherapeuten und Sozialarbeitern.

Typische Aufgaben von Psychiatern sind: Diagnostik (Tests, Krankheitsgespräche), Erstellung von Behandlungsplänen, medikamentöse und psychotherapeutische Therapie, Krisenintervention (z.B. Suizidprävention) sowie häufig die Zusammenarbeit im interdisziplinären Team. Auch Angehörige werden beraten und es werden Berichte oder Gutachten verfasst.

Anforderungen und Fähigkeiten

  • Medizinische Qualifikation: Abgeschlossene Approbation und Facharztausbildung in Psychiatrie und Psychotherapie.

  • Einfühlungsvermögen: Psychiater/innen müssen sich gut in Gefühle und Gedanken von Menschen hineinversetzen können.

  • Kommunikation: Sie führen vertrauliche Gespräche mit Patienten und Angehörigen. Klare, einfache Sprache ist wichtig.

  • Belastbarkeit: Umgang mit schweren Schicksalen und Konflikten – Ärzte in der Psychiatrie brauchen eine stabile Persönlichkeit und Ausdauer.

  • Teamfähigkeit: Arbeit im Team mit Pflegekräften, Therapeuten und Sozialarbeitern ist zentral.

Gehalt und Verdienst

Psychiater verdienen je nach Position und Erfahrung sehr unterschiedlich. Üblicherweise gelten folgende Richtwerte (Bruttobeträge):

  • Facharzt Psychiatrie (Einsteiger): ~3.900 € monatlich (rund 46.800 € pro Jahr). Im Durchschnitt liegt das Gehalt eines Facharztes um 5.800 € brutto im Monat.

  • Oberarzt Psychiatrie: etwa 8.600 – 10.000 € monatlich (ca. 100.000 – 115.000 € pro Jahr).

  • Chefarzt Psychiatrie: meist über 10.000 € monatlich (ca. 113.000 – 142.000 € pro Jahr).

In Österreich beträgt das Durchschnittsgehalt für Psychiater etwa 4.860 € brutto/Monat (~68.000 €/Jahr). Oberärzte erreichen dort im Schnitt rund 7.870 €/Monat, Chefarztgehälter können bis über 12.500 €/Monat steigen. In der Schweiz sind die Löhne höher: Angestellte Psychiater verdienen im Schnitt etwa 12.500 CHF/Monat (~149.000 CHF/Jahr), niedergelassene Psychiater um 18.000 CHF/Monat (~219.000 CHF/Jahr). Damit liegt das Einkommen in der Schweiz deutlich über dem in Deutschland und Österreich.

Fachärztin für Psychiatrie in einer Klinik. Das tatsächliche Gehalt hängt zudem ab von Tarifverträgen, Dienstjahren und Bundesland. Weiterbildungen (z.B. Forensik oder zusätzliche Psychotherapie-Fortbildungen) können das Gehalt weiter erhöhen.

Psychiatrie im Gesundheitssystem

Psychische Erkrankungen sind in Europa weit verbreitet und eine der häufigsten Ursachen für Leid und Behinderung. Laut WHO leiden in der EU Millionen Menschen an Depressionen, Angststörungen oder anderen psychischen Krankheiten, viele erhalten jedoch keine adäquate Behandlung. In Deutschland waren 2023 etwa 12.957 Ärzte in Psychiatrie und Psychotherapie tätig. Die Versorgung dieser Patienten obliegt maßgeblich Psychiater/innen und Psychotherapeuten, weshalb das Fachgebiet Psychiatrie und Psychotherapie eine zentrale Rolle im Gesundheitssystem spielt.

Unterschied Psychiater, Psychologe und Psychotherapeut

  • Psychiater (Facharzt für Psychiatrie/Psychotherapie): Arzt mit Medizinstudium und Facharztausbildung. Er untersucht, diagnostiziert und behandelt psychische Erkrankungen. Psychiater verschreiben Medikamente und bieten oft auch Gesprächstherapie an.

  • Psychologe: Hat Psychologie (oft Master oder Diplom) studiert. Führt Diagnostik und Tests durch, forscht oder arbeitet beratend. Psychologen sind keine Ärzte, dürfen keine Medikamente verschreiben. Einige Psychologen machen eine Psychotherapie-Ausbildung, um als Psychotherapeut arbeiten zu können.

  • Psychotherapeut: In Deutschland meist ein Psychologe oder Arzt mit zusätzlicher Ausbildung in Psychotherapie. Er behandelt psychische Störungen mit therapeutischen Verfahren (z.B. Verhaltenstherapie, Psychoanalyse). Psychotherapeuten verschreiben keine Medikamente, sondern arbeiten mit Gesprächs- und Verhaltensmethoden.

Psychiater Jobs

Psychiater/innen haben vielfältige Karriereoptionen und Stellenangebote. Mögliche Arbeitsplätze sind zum Beispiel:

  • Psychiatrische Klinik (Assistenzarzt, Oberarzt, Chefarzt) – stationäre Akutversorgung und Tagesklinik.

  • Facharztpraxis für Psychiatrie/Psychotherapie – niedergelassene Tätigkeit.

  • Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) oder psychiatrische Institutsambulanz.

  • Forensische Psychiatrie (Krankenhausabteilung oder Justizvollzug).

  • Psychiatrische Versorgung in Schulen, Firmen oder Beratungsstellen (z.B. Betriebliches Gesundheitsmanagement).

  • Forschung und Lehre an Universitäten oder Fachhochschulen.

  • Gesundheitsämter und -dienste (z.B. Suchtberatung, Sozialpsychiatrie).

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